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i-am-the-wolfman

bernd preiml
is a visual artist from austria.

 

“…i grew up in the rural parts of western and southern austria.
there was a lot of folklore, traditions and church.

and surfaces…a lot of surfaces.
pretty decorated houses and beautiful mountains and forests and lakes
and costumes and music and statues and praying and palaces and castles and the sun was shining.
i grew up in a postcard.

but there was something else.

something that makes a man a coward
something that makes people small
something that makes people followers
something that makes people ugly

what is it?
and where is the real beauty?…”

 

bernd preiml

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Mit Gespenstern kuscheln  von christian fuchs

Von monströser Fotokunst bis zu “Kung Fury” und “Lost River”: Notizen zum Rückzug ins nostalgische Zitatereich.

Vielleicht fange ich mit einem österreichischen Fotokünstler an, der unlängst eine beeindruckende Vernissage zelebrierte. Bernd Preiml repräsentiert eine Schönheit, die sich aus einer fetischistischen Liebe zum Schmutz, zum Unrat, zum Dreck in allen Varianten speist. Auf seinen verführerischen Bildern mutieren Haushaltsabfälle zu berückenden Blumen des Bösen und maskenhafte Wesenheiten aus Müll geistern durch das Nichts.

Als wir über seine Einflüsse plauderten und über die Ursprünge der obsessiven Motive, die sich durch Preimls Werk ziehen, erzählte mir der gebürtige Tiroler von den Videotheken-Exkursionen seiner Jugend. Immer wieder landete er in seiner Provinzheimat in dem schummrigen Laden, in dem sich auch schundige Machwerke des Exploitation- und Horrorkinos aneinander reihten.

Noch mehr als die Inhalte fesselten den blutjungen Besucher dabei die herrlich plakativen Versprechungen auf den dazugehörigen Verpackungen. Die grellen Covergestaltungen, von hemmungslosen Grafikern in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts auf die Spitze getrieben, ließen Preiml zum Filmsammler werden, der unzählige VHS-Kassetten hortete. Sie prägten aber auch seinen späteren Lebensweg als Fotograf mit einer innigen Zuneigung zum Monströsen….

read the whole article here.

 

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“…this is somewhere between
baroque glam pop horror punk darkness kitsch dirt fairytale joy weirdness trash romanticism rigor boldness melancholy…
and its all beautiful.
a universe by itself.”

helene von fürstenfeld

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“…bernd preiml is a photographer who creates rather than captures; his scenes are formed first in his mind, and then he meticulously recreates these sometimes dark and disturbing fantasies on film. The result is photography that stretches to the bounds of the human mind, and images that burn themselves into your retinas and soul.
The interesting thing is that some of his most disturbing photographs were created as fashion editorials, jewelry catalogues and cast photography.”

cvlt nation

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Bernd Preiml’s Exquisite Apparitions
 by Jessica Joslin

Bernd Preiml’s photographs describe a world filled with magic and mystery, often coupled with a disconcerting sense that sinister forces may be lurking. Growing up in the mountainous countryside outside of Vienna, he seems to have internalized some of the quiet inscrutability of the snow-shrouded mountains and trees. As a boy, he was struck by the rich colors and lush pageantry of Catholicism, set against the wildness of nature. He recalls festive processions in traditional costumes and folk tales about ancient creatures and wild people who inhabited the forests.

Many of his subjects are hauntingly lovely, yet there is a sense of intensity, whether manic or melancholy, hovering around the eyes and below the skin. This is not the type of beauty that sits prettily on the surface of a face, obscuring what lies beneath. His characters engage the viewer with a disturbing, sometimes mesmerizing force. Although Preiml’s work often appears in the context of fashion magazine editorials, he uses the viewer’s presumptions to create confusion. He embraces the idea of creating something entirely unexpected, something poignant, strange, or delightful, hiding amidst the frivolity. He understands that beauty isn’t interesting unless it is somehow soiled, unless it is complex…

…This sense of melancholy romanticism serves as a perfect foil for the lingering threat of violence that often seems to accompany his images. Through all of his deliciously rich visual narratives, he explores memories and desires, as if seen through the poetic fragmentation of a dream.

 

Jessica Joslin / Coilhouse Magazine

 

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Schöner Schmutz: Notizen zu Bernd Preiml von christian fuchs

 

Wer im Hier und Jetzt nach spannenden künstlerischen Äußerungen sucht, wird am ehesten in einem diffusem Grenzbereich fündig. In dieser undefinierten Zone zwischen den diametral entfernten Polen von Hochkultur und Entertainment, abseits von akademischen Zugängen wie auch den unerbittlichen Gesetzen des Marktes, warten die aufregendsten Entdeckungen.

Dort, zwischen den Stühlen, drehen Regisseure wie Nicolas Winding Refn, David Lynch oder Jonathan Glazer eigenwillige Filme, die weder den Regeln des Arthouse-Ghettos noch des Kommerzbetriebs gehorchen, dort tüfteln Musiker wie Radiohead, Björk oder Nick Cave an ihren störrischen Liedern, die dennoch mit der flirrenden Energie des Pop flirten, dort trifft man aufregende Autoren, Designer oder Comiczeichner.

Auch der in Wien lebende Fotograf Bernd Preiml haust in diesem Niemandsland der Kreativität, in dem strenge Kritikerpuristen manchmal genauso straucheln wie die Erfüllungsgehilfen der Massenmedien. Wie bei den genannten und etlichen anderen Grenzgängern des künstlerischen Ausdrucks treffen in seinen Bildern scheinbar unvereinbare Gegensätze aufeinander. Geht das Hässliche mit dem Glamour eine Liason ein. Liegen Verstörung und Betörung eng beieinander. Braucht es nicht aufdringliche Konzepte oder aufgeplusterte Manifeste, um die Arbeiten theoretisch aufzuwerten.

Der Weg, der Preiml letztlich in die beschriebene Twilight Zone führt, beginnt in Jugendjahren, in einer schummrigen Videothek in seinem steirischen Heimatort. Es sind nicht immer die schundigen, schillernden Machwerke des Exploitation- und Horrorkinos, die den damals blutjungen Besucher fesseln. Sondern die vielfältigen, herrlich plakativen Versprechungen auf den dazugehörigen Verpackungen. Die grellen Covergestaltungen faszinieren Bernd Preiml, lassen ihn zum Filmsammler werden, der unzählige VHS-Kassetten hortet. Der dunkle Sog der Popkultur erfasst ihn, ersetzt den Kunstunterricht, treibt ihn in die fiebrige Nähe außenseiterischer Filmemacher, Musiker und Maler.

Bernd Preiml, das kristalliert sich bald für ihn bald heraus, will allerdings nicht epigonenhaft auf den zertrampelten Pfaden anderer Bilderstürmer wandern. Vage inspiriert von exzentrischen Kunstrebellen folgt er seinen eigenen düsteren Visionen. Er probiert vielfältige Techniken aus, experimentiert mit digitalen Möglichkeiten ebenso wie mit handfesten Materialien, treibt sich auch im Terrain der Mode- und Werbefotografie herum.

Gegenwärtig sind es nicht mehr Expeditionen in echte oder artifizielle Landschaften, die den Fotokünstler reizen. Es ist die eigene Wohnung, der Abfall im Mistkübel, der Staub, der sich in Zimmerecken sammelt, der ihn anzieht. Fast könnte man seine Kunst mit einem Neobiedermeier in Verbindung bringen, weil Preiml scheinbar keine Lust mehr hat, seine engste Umgebung zu verlassen, weil er den Kontakt mit dem Außen zunehmend scheut und als Models oft nur Frau und Kind ins Bild rückt.

Aber die seltsamen maskierten Wesen auf seinen neuen Bildern passen nicht zu den sterilen Idyllen der urbanen Bohemien-Gesellschaft. Wenn Bernd Preiml von privaten Rückzugsgebieten spricht, dann spuken dort auch immer Geister herum, manifestieren sich die Schattenseiten der Wegwerfgesellschaft in gespenstischer Form. Gleichzeitig verbindet den Fotografen, der seit den erwähnten pubertären Videothekenbesuchen eine fetischistische Liebe zum Müll, zum Unrat, zum Dreck in allen Varianten hegt, eine innige Zuneigung mit seinen Monstren.Der Betrachter spürt dieses ambivalente Verhältnis. Und bemerkt: Wahre Schönheit wird oft erst aus dem Schmutz geboren.

Christian Fuchs 2015

 

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